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Jura in Giessen

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Geschichte

Rechtswissenschaftliche Forschung und Lehre haben in Gießen eine über vierhundertjährige Tradition. Im Gründungsjahr 1607 der Universität begann auch die Juristenfakultät ihre Arbeit. Im 19. Jahrhundert gehörte ihr unter anderem der hervorragende Wissenschaftler Rudolf von Jhering an. Nach vorübergehender Schließung infolge des 2. Weltkriegs wurde 1964 eine Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät wiedereröffnet. Aus ihr ging 1970 der Fachbereich Rechtswissenschaft hervor.

 

Der Fachbereich

Am Gießener Fachbereich Rechtswissenschaft sind zur Zeit ca. 2000 Studierende immatrikuliert. Als Lehrende gehören dem Fachbereich 17 hauptamtliche und 8 emeritierte Professorinnen und Professoren, 10 Honorar- und außerplanmäßige Professorinnen und Professoren sowie eine wechselnde Anzahl von Lehrbeauftragten und wissenschaftlichen Assistentinnen und Assistenten an. Hinzu kommt eine größere Zahl von wissenschaftlichen und sonstigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Der Fachbereich hat damit ein relativ günstiges Verhältnis von Lernenden und Lehrenden. Die Gebäude des Fachbereichs liegen verkehrsgünstig in einem parkartigen Gelände an der Licher Straße. Er verfügt über eine leistungsfähige Fachbereichsbibliothek, das Juristische Seminar, mit mehr als 130.000 Bänden, ca. 350 Zeitschriften und Entscheidungssammlungen und 280 Arbeitsplätzen. Die in unmittelbarer Nähe gelegene Universitätsbibliothek bietet weitere rechtswissenschaftliche Literatur (ca. 65.000 Bände) und zusätzliche Arbeitsplätze. Ferner hat der Fachbereich einen PC-Pool mit 42 Arbeitsplätzen, Internetzugang und Anschluß an das juristische Informationssystem JURIS sowie das Prüfungssystem Flexnow. Auf dem Gelände des Fachbereichs stehen ferner neben Hörsälen und Gruppenarbeitsräumen eine Cafeteria und ausreichend Parkmöglichkeiten zur Verfügung. Die Universitätsmensa liegt gleichfalls in unmittelbarer Nähe.

 

Forschung und Lehre

Der Fachbereich bietet ein breites Fächerspektrum an, das alle wichtigen Teilgebiete der Rechtswissenschaft abdeckt. Außer auf die Fächergruppen des Privatrechts, Strafrechts und Öffentlichen Rechts wird besonderes Gewicht auf die Grundlagenfächer Rechtsgeschichte, Rechtsphilosophie und Rechtssoziologie, auf Kriminologie, Umweltrecht und Verwaltungswissenschaft sowie auf die international ausgerichteten Fächer Völkerrecht, Europarecht, Rechtsvergleichung und Internationales Privatrecht gelegt. In der Lehre ist der Fachbereich seit seiner Wiedereröffnung reformorientiert. Das "Giessener Modell" zeichnet sich vor allem durch Straffung des Studiums, intensive Kleingruppenarbeit, verantwortliche Mitarbeit der Studierenden und gute Praxisverbindungen aus. Trotz der Schwierigkeiten, die sich aus den seit 1965 stark gestiegenen Studierendenzahlen und den anhaltenden Haushaltskürzungen ergeben haben, hält der Fachbereich an den wesentlichen Grundsätzen des "Gießener Modells" fest.

Zu den Einführungsveranstaltungen des 1.Semesters gibt es begleitende Kleingruppen in Form von Tutorien und Arbeitsgemeinschaften. Auch in den folgenden Semestern werden wichtige Lehrveranstaltungen durch Arbeitsgemeinschaften ergänzt. Dadurch wird ein intensiver Kontakt zwischen Lehrenden und Lernenden möglich. Die verantwortliche Mitarbeit der Studierenden wird vor allem in der Kleingruppenarbeit, insbesondere durch den Einsatz studentischer Tutoren, und in der Arbeit der Juristischen Fachschaft , der Vertretung der Studierenden am Fachbereich, verwirklicht. Zum Lehrangebot gehören ferner systematische Wiederholungs- und Vertiefungskurse zur Examensvorbereitung, ein Examensklausurenkurs und Probeexamen. Im Rahmen der Professuren werden zahlreiche - auch interdisziplinäre - Forschungsprojekte durchgeführt und betreut. Besondere Forschungseinrichtungen sind das Institut für Kriminalwissenschaften, der Giessener Forschungsschwerpunkt Umweltrecht und das Europäische Dokumentationszentrum.

 

Internationale Ausrichtung

Der Giessener Fachbereich legt besonderes Gewicht auf die Öffnung des Studiums in Richtung ausländisches und internationales Recht. Deswegen pflegt er partnerschaftliche Beziehungen zu Universitäten in Belgien, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Italien, Litauen, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Schweiz, Spanien, Ungarn, Brasilien und den USA. Diese Programme umfassen vor allem den Austausch von Studierenden, aber auch die wissenschaftliche Zusammenarbeit und den Austauch von Lehrenden. Die Austauschprogramme werden überwiegend vom SOKRATES/ERASMUS-Programm der EG gefördert. Im Rahmen der Partnerschaft mit der Universität Madison (Wisconsin, USA) halten amerikanische Professorinnen und Professoren regelmäßig Gastvorlesungen am Fachbereich in Gießen und Mitglieder der Gießener Fakultät in Madison. Ergänzt wird das internationale Angebot durch zahlreiche Lehrveranstaltungen zu ausländischem und internationalem Recht und Rechtsvergleichung, u.a. auch in englischer und französischer Sprache.

Der Fachbereich bietet zwei besondere Studiengänge mit internationaler Ausrichtung an: einen Magisterstudiengang mit dem Abschluß "Magister Legum (LLM)" für Studierende, die ein rechtswissenschaftliches Studium im Ausland abgeschlossen haben, und einen Studiengang mit dem Abschluß "Magister Juris Internationalis (MJI)", der auch mit dem Studiengang zum 1.Juristischen Staatsexamen verbunden werden kann.

 

Praxisverbindungen

Die Verbindungen des Fachbereichs zur juristischen Praxis werden dadurch erleichtert, dass hervorragende Praktiker an der Lehre beteiligt sind. Einige Professoren sind im Nebenamt als Richter tätig. Intensive Kontakte zur Praxis bestehen ferner durch das "Arbeitsrechtliche Praktikerseminar", das "Kriminologische Praktikerseminar" und das "Umweltrechtliche Praktikerseminar", die regelmäßig in der Vorlesungszeit am Fachbereich stattfinden. Die Programme der Praktikerseminare werden jeweils zu Beginn des Semesters bekannt gegeben. Zum Studium gehören Exkursionen zu Unternehmen und Organisationen im In- und Ausland sowie die nach dem Ausbildungsgesetz vorgeschriebenen praktischen Studienzeiten.

Allgemeine Informationen:
 
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