Das Konzept der Law Clinics stammt aus dem anglo-amerikanischen Rechtsraum. An vielen bekannten Universitäten, insbesondere in den USA, sind Law Clinics mit unterschiedlichen Schwerpunkten aktiv.
Das Konzept umfasst 3 Kernelemente: Studierende vertiefen ihre Kenntnisse in einem Spezialgebiet bereits während des Studiums, sie werden dabei von Dozenten und Praktikern betreut und ausgebildet, fortgeschrittene Mitglieder der Law Clinics wenden die erworbenen Kenntnisse praktisch an, z. B. im Rahmen von Sprechstunden, in Zusammenarbeit mit NGOs.
Die Gießener Refugee Law Clinic hat als Arbeitsgebiet das Migrations- und Flüchtlingsrecht gewählt.
Das Ausbildungsprogramm startet jeweils zum Wintersemester mit einer einführenden Vorlesung zum deutschen, europäischen und internationalen Migrations- und Flüchtlingsrecht. In den sich anschließenden Semesterferien erhalten die Teilnehmenden die Gelegenheit zu vorbereiteten und strukturierten Praktika in Kanzleien, Behörden oder Organisationen, die praktisch mit Flüchtlingen arbeiten.
Während der Seminarphase im Sommersemester erstellen die Studierenden auf der Grundlage von Material, das sie im Praktikum recherchiert haben, eine Seminararbeit zu einem konkreten flüchtlingsrechtlichen Fall. Eine weitere im Sommersemester stattfindende Veranstaltung ist das Kolloquium "Migrations- und Flüchtlingsrecht". Berufsträger der praktischen Flüchtlingsarbeit werden eingeladen und stellen ihre jeweiligen Wirkungsbereiche vor. Seit dem SoSe 2011 findet außerdem die Übung "Asylrechtliche Fälle in der praktischen Beratung" mit RA Dr. Stephan Hocks statt.
Die aktiven RLC-Mitglieder arbeiten in einem Projektteam. In Zusammenarbeit mit der Flüchtlingsberatung des Ev. Dekanats Gießen bieten sie eine Beratung für Asylsuchende an. Darüber hinaus ist das Projektteam für weitere inhaltliche und organisatorische Aufgaben zuständig, z. B. Herkunftsländerrecherche und Öffentlichkeitsarbeit.
Die Mitarbeit im Projekt ist für Studierende aller Fachbereiche möglich.